Wie finde ich meine Arbeitgeber-Benefits?

von David Wagner | 23.11.2022 | EXMAG

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Warum ist Employer Branding so wichtig?

Noch nie war Employer Branding für Unternehmen so wichtig! Eine gut durchdachte Unternehmensmarke, die mit der Arbeitgebermarke und Produktmarke im Einklang steht, ist DAS Erfolgsrezept, um die besten Bewerber zu gewinnen und die bestehenden Mitarbeiter glücklich zu machen. Benefits sind ein Hauptbestandteil des Employer Brandings. Wenn Sie weiterhin in der Masse untergehen und langweiligen Einheitsbrei praktizieren wollen, sollten Sie jetzt aufhören zu lesen. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass Sie die Benefits ihres Unternehmens entdecken und lernen diese auch noch erfolgreich zu kommunizieren.

Warum brauche ich Benefits?

„Wer Bananen bezahlt, wird Affen bekommen“

Wenn Sie nicht gerade zufällig Inhaber eines Zoos sind und qualifizierte Mitarbeiter für Ihr Unternehmen suchen, sollten Sie sich gut überlegen, was Sie Ihren (zukünftigen) Mitarbeitern bieten. Wir sprechen hier nicht nur von Geld. Das reine Gehalt ist für die künftige Generation nicht mehr das entscheidende Kriterium, um sich bei Ihrem Unternehmen zu bewerben.

Der Karriere-Kosmos

Grundsätzlich ist der Gedanke, dass sich Bewerber aktiv über Sie und Ihr Unternehmen informieren müssen, ein Fall für die Geschichtsbücher und sowas von 2003.

Wir haben in Deutschland nahezu Vollbeschäftigung und alle Top-Talente haben einen Job und eine breite Palette an Auswahlmöglichkeiten. Das bedeutet: Die meisten Menschen sind nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job. Top-Talente müssen dort erreicht werden, wo sie gerade sind – nämlich im Internet. Eine gute Karrierewebseite, auf der Interessierte einen authentischen Einblick in Ihr Unternehmen bekommen, nachdem sie zum ersten Mal darauf aufmerksam geworden sind, ist daher Pflichtprogramm. Ein Karriere-Kosmos, der 24/7 erreichbar ist und alle relevanten Informationen und Benefits authentisch zeigt, ist das Herzstück für einen kontinuierlichen Zustrom von Bewerbern und der Grundpfeiler zum Aufbau einer organisch wachsenden Unternehmermarke.

Die besten Bewerber sitzen nicht am Schreibtisch

Passiv-Suchende sind grundsätzlich offen für eine neue Arbeitsstellen, aber fühlen sich in ihrer Beschäftigung derzeit wohl und überprüfen potenzielle Jobangebote meistens nur, um ihren Marktwert zu checken.  Bei 84% aller Menschen geschieht dies auf dem Smartphone, bei den 14-29-Jährigen sind es sogar knapp 98%! Das Ganze passiert mit einer Aufmerksamkeitsspanne, die der eines Goldfischs in Nichts nachsteht. Hier gilt es innerhalb von Sekunden zu überzeugen und aufzuzeigen, warum ausgerechnet Ihr Unternehmen besser ist als alle anderen und ein Wechsel des Beschäftigungsverhältnisses genau JETZT attraktiv ist. Dafür brauchen Sie überzeugende Argumente und hier kommen die Benefits ins Spiel.

Es geht nicht mehr ohne Benefits

Sie bieten Ihren Mitarbeitern einen freundlichen Umgang, gutes Gehalt und kostenlose Arbeitskleidung und vielleicht sogar noch einen bunten Obstkorb inklusive Bananen und lehnen sich entspannt zurück, weil das schon klasse Benefits sind? Nein. Das sind die absoluten Standards und sagen im besten Fall nur etwas darüber aus, WIE in Ihrem Unternehmen gearbeitet wird, aber noch nicht, was Ihre Benefits sind. Wir erinnern uns: Neue Mitarbeiter müssen innerhalb von Sekunden abwägen, ob Ihr Jobangebot attraktiv genug ist, um einen Wechsel in Erwägung zu ziehen. Damit das geht, muss das Angebot der Benefits vergleichbar sein.

GenZ – auf der Suche nach Authentizität

Generation Z ist die Zukunft des Arbeitsmarkts und mit einem Alter von 14 – 29 die bedeutendste Zielgruppe, welche die absehbare Zukunft Ihres Unternehmens als Auszubildende und Young Professionals gestalten wird. Vor allem diese Generation sucht authentische Unternehmen. Buzzwords wie „übertarifliche Bezahlung, geregelte Arbeitszeiten und genügend Urlaubstage“ auf Ihrer Website sollten Sie direkt loswerden. Der passiv suchende Bewerber denkt sich „Fakten auf den Tisch: Wieviel ist denn jetzt übertariflich? Wie viele Urlaubstage habe ich? Von wann bis wann kann ich arbeiten?“

Schritte zur Transparenz

Unternehmer haben oft Angst vor einer transparenten Kommunikation, vor allem wenn es ums Geld geht. Aber wie wollen Sie authentisch wirken, wenn Sie noch nicht einmal über das Gehalt offen kommunizieren?

Meist stehen zwei einfache Überlegungen dahinter:

  • Die Angst, dass der Wettbewerb abschaut
  • Die Interne Lohnstruktur ist nicht gleich

Die erste Angst ist irrational. Jeder potenzielle Wettbewerber, der in dem Business aktiv ist, kann ausrechnen ungefähre Lohnstruktur ist. Alle relevanten Informationen dazu sind im Internet frei zugänglich und wir wissen: Die Generation Z besteht aus Digital Natives, die das Internet sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen haben und Experten darin sind, sich schnell und effizient Informationen zu beschaffen.

Die zweite Angst dagegen ist gerechtfertigt und auch etwas komplexer. Gerade KMUs stehen oft vor der Herausforderung einer ungleichen Lohnstruktur, aufgrund vieler individueller Lohnverhandlungen. Diese Challenge sollte aktiv angenommen werden. Hier muss ein Umdenken stattfinden und der Wille zur Änderung entstehen, um neue Verträge richtig zu gestalten und langfristig ein transparenteres, einheitlicheres Gehaltsgefüge zu gewährleisten. Auch die interne Transparenz wird dadurch gefördert und das Arbeitsklima unter Ihren Mitarbeitern verbessert sich spürbar. Der passive Bewerber, den Sie für Ihr Unternehmen wollen, braucht hier die klaren Fakten und eine schonungslose Vergleichbarkeit der Benefits. Zahlen, Daten und Fakten, die den Bewerber denken lassen „Das macht mein derzeitiger Arbeitgeber nicht! Hier könnte ich ein besseres Arbeitsleben haben“

69%

aller Inserat-Besuchenden wollen nur ihren Marktwerkt testen & ihre Eignung überprüfen.

Benefits – ganz konkret!

Wir haben verstanden: Benefits, die authentisch und ohne Effekthascherei auf Ihrer Karriere-Website deutlich werden, gewährleisten Vergleichbarkeit und locken die Top-Talente an, die Sie auch wirklich in Ihrem Unternehmen brauchen. Aber wie sieht das ganz konkret in der Praxis aus? Wie gelingt es Ihnen einen ständigen Zustrom an Initiativbewerbungen zu generieren, der finanziell aufwändige Stellenanzeigen und Werbekampagnen überflüssig macht?

Mut zum Profil

Haben Sie Courage, sich zu präsentieren. Das bedeutet: Verlinken Sie auf Ihrer Karriere Website auf weitere Profile ihrer Social-Media Präsenz. Zeigen Sie außerdem die Bewertungen, die sie auf Webseiten wie Kununu erhalten. Etwa die Hälfte aller Bewerber wird diese Information sowieso im Vorfeld recherchieren – wieso also diesen Schritt nicht erleichtern?

Übrigens: Eine Tadellose Bewertung macht Bewerber misstrauisch. Auch hier gilt es (mal wieder) authentisch zu sein. Stehen Sie zu ihren Schwächen, das fördert Vertrauen und schützt Sie außerdem vor den falschen Bewerbern! Ermutigen Sie ihre Mitarbeiter auch, ehrliche Bewertungen auf den einschlägigen Plattformen abzugeben und nehmen Sie das Feedback ernst.

Werden Sie persönlich

0815-Mitarbeiter bekommt jeder. Die besten Bewerber erhalten Sie durch das Zeigen von Persönlichkeit. Top-Talente wollen auf der Karriere-Website nicht nur den Geschäftsführer oder Schauspieler sehen, die auswendig gelernte Phrasen in die Kamera sprechen, sondern vor allem die echten Mitarbeiter. Sie brauchen Bild- und Videomaterial Ihrer Mitarbeiter. Viele Unternehmer erschaudern bei dem Gedanken und Sorgen über Datenschutz und die Bereitwilligkeit der Mitarbeiter machen sich breit.  Sie werden sehen, dass diese Sorgen nicht gerechtfertigt sind. Je früher Sie damit anfangen ihre Mitarbeiter daran zu gewöhnen. kurze Videosequenzen zu erstellen, desto einfacher wird es in der Zukunft. Lassen Sie sich das auch gerne etwas kosten und belohnen Sie ihre Mitarbeiter für diese Bereitschaft mit Bonus-Zahlungen, gemeinsamen Essen oder Ähnlichem. Denn: Der nachhaltige Erfolg dieser Maßnahme ist nicht zu unterschätzen. Unteranderem für:

 

  • Bewerber, die einen authentischen Einblick in das Unternehmen bekommen, der überzeugender ist als jedes gestellte Video mit Schauspielern.
  • Ihre Mitarbeiter, die sich durch aktive Mitgestaltung der Karriere Webseite und das Erstellen von Videos und Bildern mit ihrem Unternehmen identifizieren und sich wertgeschätzt fühlen und einen Motivationsschub bekommen.
  • Ihre Reputation: Durch aktive Mitgestaltung erschafft man regionale und lokale „Jobfluencer“. Die Weiterempfehlung ist und bleibt eine konstante Größe bei der Gewinnung von neuen Mitarbeitern.
  • Den Geldbeutel, da kurzfristige Werbekampagnen mit großzügig bezahlten Schauspielern und Werbekosten für Social Media Plattformen überflüssig werden.

„WER BANANEN
BEZAHLT WIRD AFFEN BEKOMMEN“

Gehaltsbänder, Jobprofile und Entwicklungswege

Sie haben eine ausgebaute Karriere-Webseite, ein authentisches Auftreten und damit die Grundlage geschaffen, um Ihre Benefits zu finden und zu präsentieren.

  • Gehaltsbänder: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Lohnstruktur und legen Sie diese offen. Denn auch wenn Geld nicht mehr das einzige Kriterium ist, so ist es immer noch zumindest ein Am besten funktioniert das mit Gehaltsspannen. Sagen Sie klar und deutlich, in welcher Spanne das Gehalt für bestimmte Positionen liegt. So halten Sie sich auch eine gewisse Verhandlungsbasis für Spielräume offen
  • Jobprofile: Definieren Sie, welche Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten für welche Positionen möglich sind und zeigen Sie diese transparent.
  • Weitere Benefits können von der jeweiligen Branche abhängig sein. Diese Fragen helfen zu verstehen, was Ihre spezifischen Benefits sind:

    • Gibt es Feste und Teamevents?
    • Gibt es Weihnachtsgeld und andere Bonuszahlungen?
    • Bieten Sie zusätzliche Urlaubstage an?
    • Wie sind die Arbeitszeiten geregelt? Bieten Sie flexible Arbeitszeiten an?
    • Bieten Sie Vergünstigungen für Mitarbeiter und evtl. deren Angehörigen an?
    • Haben Mitarbeiter die Möglichkeit ein Firmenfahrzeug (Auto, E-Bike) zu erhalten?
    • Welches Equipment stellen Sie als Arbeitgeber zur Verfügung?
    • Welche Möglichkeiten zur Kinderbetreuung bieten Sie an?

    Auch hier gilt: Besser nur 3 Benefits präsentieren, die dafür ehrlich und authentisch sind und wirklich gelebt werden, als leere Phrasen und Versprechungen!

    Das „Warum“ – der Sinn der Arbeit

    Gehalt, Benefits und Employer Branding – das sind alles wichtig Angelegenheiten.

    Aber eins der wichtigsten Themen unserer Zeit ist der Sinn der eigenen Tätigkeit. Menschen suchen zunehmend den tieferen Sinn ihrer eigenen Arbeit. Sie fragen sich: „Was ist eigentlich der Mehrwert meiner Arbeit?“  Als Unternehmer sollte man dieses Thema nicht unter den Teppich kehren und ausschließlich die betriebswirtschaftliche Brille aufsetzen. Eine große Rolle spielt hier die Kommunikation. Versuchen Sie ihren Mitarbeitern stets das „Warum“ hinter ihrer Tätigkeit vor Augen zu führen und wenn möglich, einen persönlichen Bezug herzustellen. Sinnhaftigkeit vermittelt einen Wert. Ein Montage-Arbeiter, der täglich stumpf etwas zusammenbaut und nicht weiß, wofür das Endprodukt eingesetzt wird und welche Bedeutung seine Tätigkeit erfüllt, wird mit einer ganz anderen Motivation arbeiten, wenn er genau weiß, wofür seine Arbeit später genutzt wird und wie wichtig seine Sorgfalt ist. Folgendes Zitat des französischer Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry verdeutlicht das sehr feinsinnig: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer“

Nochmal zusammengefasst:

Eine gute Arbeitgebermarke ist der Schlüssel zum Erfolg. Geld allein ist nicht mehr das entscheidende Kriterium für qualifizierte Top-Talente, da diese zu 99% bereits einen gut bezahlten Job haben. Daher ist ein gut strukturierter Karriere-Kosmos, auf dem passiv-suchende Bewerber einen authentischen Einblick bekommen, essenziell. Diesen Einblick bekommen Bewerber durch Benefits die Fakten sprechen lassen und vergleichbar sind. Durch Einbindung von Mitarbeitern in die online-Präsenz und den Mut zur Persönlichkeit und die Kommunikation des „Warum?“ wird das Ganze abgerundet. Zu guter Letzt gilt es, die eigenen Benefits zu definieren und ohne Effekthascherei zu kommunizieren.

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